Muttern & ich – 1

Alte Leute und Parkplätze…

Bei älteren Leuten ist es wie mit kleinen Kindern…  wenn man die mal kurz aus den Augen lässt.

Bei REWE mal ganz friedlich heute – sowas kann mich tatsächlich irritieren. Fertig an der Kasse, der Einkaufswagen rollt mit Muttern langsam Richtung Ausgang.

„Es regnet…“

„Jupp, aber die 10 Meter wirst du schon ohne Schnorchel schaffen.“

Muttern trabt los – mit einem Gesicht, als müsste sie Iwojima alleine einnehmen. Immer in Deckung der parkenden Fahrzeuge.

Ich schaue vor der Tür auf die angepriesenen Zwergbananen und überlege kurz, ob ich mir eine neue hole. Meine letzte hat auch wieder das zeitliche gesegnet.

Egal – ich drehe mich wieder Richtung Muttern und sehe, wie sie unverdrossen auf einen langsam rückwärts ausparkenden Wagen zuhält.

Wer nun glaubt, sie würde kurz warten – weit gefehlt…

Der Fahrer des Wagens auch nicht. Der hat allerdings auch keine Chance, sie zu bemerken. Muttern rollt so dicht an dem SUV vorbei, dass sie mit dem Ohrläppchen fast am Heckwischer hängen bleibt. Und da die Heckscheibe des Rovers fast über ihrer Kopfhöhe ist, kann der sie gar nicht sehen.

„Bleib stehen!!!!“

„Der muss doch aufpassen!“

Mist – ich stürme los und stelle mich rasch vor den Einkaufswagen.

Ich hätte sie auch rasch festhalten können – das Spiel hatten wir aber schon. Dann gibt sie dem Wägelchen nen Schubs und lässt es seiner Wege rollen. Und ich habe dann das Entscheidungsproblem – Muttern festhalten, damit sie nicht einfach umkippt oder den Wagen einfangen…

So gelingt es mir zwar noch, den Einkaufswagen zu stoppen, ehe Muttern das Teil dem Bentley Coupe (die Delle hätte sich gelohnt) in die Seite knallt, der Opa darin ist aber über unser Erscheinen aus dem Nichts, so verdattert, dass es er mich mit großen Augen ansieht, weiter rollt und mir über die Füße fährt.

Muttern kreischt, Opa auch – und ich überlege, ob ich in Zukunft meine Schuhe zwei Nummern größer brauche…

Der nette Herr steigt aus und entschuldigt sich.

Ich versichere ihm, dass alles okay sein – nix passiert. Derweil macht Muttern einen auf cholerischen Donald Duck auf Speed.

Er versucht sich zu rechtfertigen, von wegen, auch sie hätte doch aufpassen können…  was nicht wirklich hilfreich ist.

„Ihre Mutter?“

„Jepp“

„Ist die immer so drauf?“

Ich grinse: „Sie haben ja keine Vorstellung…“

Er grinst: „Ohhh doch – Sie kennen meine Frau nicht.“

Wir grinsen beide, ich versichere ihm nochmals, dass alles in Ordnung sei und er macht sich auf den Weg.

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